Nas – The Lost Tapes III

Die verborgenen Songperlen des Nasir Jones (Teil 2)

Obwohl ein solcher in den letzten 15 Jahren immer mal wieder angekündigt wurde, warten Nas-Fans bis heute vergeblich auf einen Nachfolger zu dessen Kompilationsalbum The Lost Tapes. In einer dreiteiligen Mixtape-Reihe schafft beatsbooksandcigarettes jetzt Abhilfe. Auch The Lost Tapes III, der zweite Teil der Reihe, wartet mit 24 Anspielstationen auf, die entweder bis heute unveröffentlicht geblieben sind oder auf Underground-Alben versteckt waren, auf deren Cover nicht Nas‘ Name prangte.

Wo es auf The Lost Tapes II soundtechnisch noch eher smooth zuging, ist der zweite Teil der Reihe vor allem von rougherem Sound geprägt. Inhaltlich beschäftigen sich Nas und Kollaborateure wie Capone-N-Noreaga, 50 Cent, Kool G Rap oder AZ zumeist auf kompromisslose Art und Weise mit den harten Realitäten auf den Straßen New Yorks. Zumindest die ersten Tracks (etwa das Alchemist-produzierte My Will“ oder der unveröffentlichte 1995er Nas-Evergreen Deja Vu“) knüpfen aber noch nahtlos an den entspannten Vibe des ersten Teils an.

Ausführliche Informationen zu den Ursprüngen und Entstehungsumständen aller enthaltenen Tracks (soweit nachvollziehbar) finden sich weiter unten auf dieser Seite.

Nas – The Lost Tapes III
(mixed and compiled by beatsbooksandcigarettes)

naslosttapes3small

Tracklist:
01. The Scientist
02. My Will
03. Deja Vu
04. Where Y’All At
05. Find Ya Wealth
06. No Idea’s Original (Alternate Version)
07. Wanna Play Rough
08. War
09. Queens Style (feat. Noreaga)
10. Livin‘ Thug (feat. Kool G Rap, Nawz & AZ)
11. One Never Knows (feat. Lake)
12. Too Late
13. You Don’t Know Me
14. Who U Rep With (feat. Bravehearts & 50 Cent)
15. A Few Good Niggas (feat. Made Men)
16. Queensfinest
17. With Me (feat. Capone-N-Noreaga)
18. Street Glory (feat. Pop)
19. It Wasn’t You (feat. Lauryn Hill)
20. Gangsta Tears
21. Hardest Thing To Do Is Stay Alive
22. My Worst Enemy
23. After Life (Prelude)
24. Amongst Kings

Stream-Möglichkeiten:

Hearthis.at

Liner Notes/Infos zu den einzelnen Tracks:

  1. The Scientist

Nas und Just Blaze –  welch eine Traumkollabo. Schade also, dass Nas bisher erst einmal offiziell auf einem Beat des legendären Rocafella-Beatschmieds zu hören war: 2006 als Feature-Gast auf The Games majestätischem Album-Outro „Why You Hate The Game“. Ein Jahr später wäre es dann aber beinahe erneut soweit gekommen.

Nach ihrer unzufriedenstellenden Schnellschuss-Kollabo „Black Republicans“ auf Nas‘ Hip Hop Is Dead-Album, schlossen sich Nas und Jay-Z seinerzeit ein weiteres Mal zusammen ins Studio ein. Diesmal ging es um einen Kollabo-Track für Jay-Zs bevorstehendes Soloalbum, für den Just Blaze bereits einen bombastischen Beat mit Gitarren- und Vocal-Samples der britischen Prog-Rock-Band Yes vorbereitet hatte. Wie der Produzent in einem Radiointerview verriet, war „The Scientist“ aber leider nie eine Vollendung gegönnt. Es blieb bei diesem unfertigen Snippet und auf American Gangster sollte später stattdessen ein anderer Jay-Z-Featuring-Nas-Track landen – auch der („Success“, produziert von No I.D.) allerdings definitiv ein Highlight.

  1. My Will

„Queens, Queens I know you miss me / I gotchu, I gotchu Queens, New York stand up!“

Offiziell erschien „My Will“ erst 2008 auf dem Alchemist-Mixtape The Cutting Room Floor 2, inoffiziell war der kurze Track aber schon drei Jahre vorher auf Bootleg-Vinyl-Pressungen zu erstehen. Dass der Song nicht erst vor wenigen Jahren, sondern vermutlich schon Anfang des Jahres 2005 entstanden sein muss, verraten bereits Nas‘ einleitende Worte, in denen er verkündet, der „Honeymoon“ sei nun endgültig vorbei (Im Januar dieses Jahres hatte er Kelis geheiratet und war dadurch auf Yellow-Press-Seiten präsenter als einem wie ihm wohl lieb ist). Auch der Shoutout an Quan, seinerzeit Nas‘ Protegé und kurz zuvor noch prominent auf dessen Album-Single „Just a Moment“ gefeaturet, spricht eine eindeutige Sprache.

Für den Beat flippte Alchemist ein wunderschönes Soul-Sample von Edna Wright.

  1. Deja Vu

„Deja Vu“ ist eine der größten Perlen im Katalog der unveröffentlicht gebliebenen Nas-Songs und – obwohl nie offiziell erschienen – schon lange kein Geheimtipp mehr unter Nas-Fans: Ein Video, das den Track auf YouTube in bestmöglicher Qualität verspricht, wurde bisher über drei Millionen Mal angeklickt – also deutlich häufiger als so manche offizielle Videosingle des Rappers.

Obwohl sich diese Behauptung irgendwann mal verselbstständigt zu haben scheint, ist „Deja Vu“ kein Track, dessen Ursprung noch vor der Entstehungsphase von Nas‘ Debütalbum Illmatic zu datieren ist. Tatsächlich entstand der Song irgendwann im Jahr 1995 während den Arbeiten an Nas‘ Nachfolgeplatte It Was Written. Auch der Beat stammt nicht etwa von Pete Rock oder einem sonstigen Hochkaräter, sondern von dem eher unbekannt gebliebenen Produzenten Chris Winston.

Er war es auch, der 2009 in einem Interview endlich Licht ins Dunkel der genauen Entstehungsumstände des Tracks brachte: Als damals gerade mal 18-jähriger Nachwuchs-Beatmaker habe er als Assistent in einem New Yorker Tonstudio die Chance ergriffen, Nas einige seiner Beats vorzuspielen. Monate später sei Nas erneut auf ihn zugekommen und habe dabei unter anderem den Beat gepickt, auf dem er kurz darauf „Deja Vu“ aufnehmen sollte. „Once he laid a verse down everyone in the room knew we had a banger“, so Winston gegenüber dem Blog thebridge94.

Trotz allem schaffte es „Deja Vu“ letztlich nicht auf die finale Tracklist von It Was Written. Womöglich auch deswegen, weil Nas zwischenzeitlich eine andere Verwendung für den ersten Verse des Tracks gefunden hatte: Er rappte ihn nur wenige Monate nach der Aufnahme von „Deja Vu“ nahezu unverändert als Feature-Part auf Raekwons „Verbal Intercourse“ ein.

  1. Where Y’All At

„Where Y‘all At“ entstammt den Hip Hop Is Dead-Sessions und wurde vorab als Promo-Single releast, schaffte es aus unerfindlichen Gründen aber nicht auf das Album. Der Song erschien schließlich Anfang 2007 auf der B-Seiten-Kompilation Def Jam Sessions, Vol. 1, die mit „The N…“ auch einen zweiten Nas-Track sowie einige weitere rare Songs von damaligen Def-Jam-Künstlern enthielt.

In der Hook des Tracks greift Nas eine Zeile aus seinem 2003er Hit „Made You Look“ auf, der, genauso wie dieser Song hier auch, von Nas‘ Langzeit-Kollaborateur Salaam Remi produziert wurde.

  1. Find Ya Wealth

2000 veröffentlichte Nas auf seinem frisch gegründeten Label Ill Will Records eine Compilation namens QB‘s Finest, die das Spotlight auf eine Reihe aufstrebender Rap-Talente aus Queensbridge richtete und insbesondere die Bravehearts-Crew rund um Nas‘ jüngeren Bruder Jungle etablieren sollte.

Darauf enthalten war neben dem nicht ganz unstrittigen Hit-Song „Oochie Wally“ in der um ein Nas-Feature ergänzten Remix-Version und einer starken Nas-Kollabo mit Mobb Deeps Prodigy (R.I.P.) auch eine wahre Perle von einem Nas-Solo-Song: „Find Ya Wealth“. Auf einem wunderschönen, Brian Bennett sampelnden Beat von L.E.S. erzählt Nas hier von Hood-Träumen und einem unendlichen Potenzial fernab irgendwelcher materiellen Wertigkeiten, das in jedem noch so festgefahrenen Straßen-Hustler entdeckt werden will.

  1. No Idea’s Original (Alternate Version)

Da ein (wohlgemerkt cleanes) Acapella des Tracks verfügbar ist, finden sich inoffizielle „No Idea’s Original“-Remixe im Internet zuhauf. Dass es sich bei dieser Version hier nicht etwa bloß um einen solchen handeln kann, wird aber schon nach wenigen Sekunden deutlich, als Nas von einem „Race against Time“ spricht und seinen im Knast sitzenden Weggefährten (allen voran Lake) Shoutouts zuteilwerden lässt. All dies taucht in der auf den Lost Tapes enthaltenen Version des Songs nicht auf.

Tatsächlich ist diese Version hier die eigentliche Original-Version des Tracks. Sie wurde, genauso wie die später veröffentlichte zweite Version auch, von The Alchemist produziert und erschien bereits 2001 auf der limitierten Bonus-Disc zu Stillmatic. Für die ein Jahr später veröffentlichte Compilation The Lost Tapes nahm Nas seine beiden Parts schließlich ein zweites Mal auf – diesmal über einen minimalistischen, mit prominentem Drumbreak bestückten Beat, der dem Song einen völlig anderen Vibe verlieh.

  1. Wanna Play Rough

„Wanna Play Rough“ war einer der 13 Songs, die 1999 schon mehrere Wochen vor dem geplanten Release des I am…-Albums im Netz landeten und deswegen von der Tracklist gestrichen wurden (mehr dazu im Artikel zum Vorgänger-Mixtape).

Dem Track war wenig später aber schließlich doch noch eine offizielle Veröffentlichung gegönnt: 2000 auf Dame Greases Produzentenalbum Live On Lenox Ave.

  1. War

Da Nas bisher stolze drei Tracks mit demselben Titel veröffentlicht hat, ist die Verwechslungsgefahr zwar groß, vom Interpreten abgesehen hat dieser Song hier aber weder mit dem wunderschönen Keon-Bryce-Feature auf Street‘s Disciple noch mit Nas‘ letztjährigem Beitrag zum Soundtrack des Films Birth of a Nation allzu viel gemein.

Der nur knapp zwei Minuten lange Freestyle-Track fungierte 2006 als Intro für DJ Clues Album The Professional 3.

  1. Queens Style (feat. Noreaga)

Nas‘ und Noreagas „Queens Style“, vermutlich die ursprüngliche Version der ebenfalls nie offiziell veröffentlichten Dreier-Kollabo „Triple Threat“ mit Nature, tauchte Ende der 1990er-Jahre auf Bootleg-12-Inch-Pressungen auf. Über die Entstehungsumstände und den genauen Entstehungszeitraum des Songs ist leider wenig bekannt.

Für den Beat flippte L.E.S. eine Gospel-Perle der East St. Louis Gospelettes, die zeitgleich oder wenig später auch als Basis für Songs einer ganzen Reihe weiterer Rap-Größen dienen sollte. Einen davon hat sogar ebenfalls L.E.S. zu verantworten: Für Fat Joes „The Crack Attack“ bediente er sich ein zweites Mal an „Have Mercy On Me“.

  1. Livin‘ Thug (feat. Kool G Rap, Nawz & AZ)

Durch überzeugende Feature-Parts auf einer ganzen Reihe von Erfolgsalben – etwa auf Pete Rocks Soul Survivor oder Mobb Deeps Murda Muzik – hatte sich Kool G Rap Anfang des neuen Jahrtausends zurück in das Spotlight gekämpft. Dementsprechend heiß war die Hip-Hop-Szene auf das für Oktober 2000 angekündigte dritte Studioalbum der New Yorker Rap-Legende, die nicht nur Nas zu Beginn seiner Karriere zu seinen größten Idolen zählte. Komplikationen mit dem Independent-Label Rawkus Records führten jedoch dazu, dass das Album mal um mal verschoben wurde und zwischenzeitlich sogar für immer in den Schubladen zu verschwinden drohte.

Nachdem Koch Records die nötigen Lizenzen von G Raps kurzzeitiger Label-Heimat erworben hatte, erschien The Giancana Story, so der Titel der Platte, zwei Jahre später dann doch noch – allerdings in stark veränderter Form. So wurde unter anderem aus „Livin Thug feat. Nas, Nawz & AZ“ der Song „Holla Back feat. AZ, Azz Izz, Nawz & Tito“ auf einem um ein paar Streicher ergänzten Instrumental.

Warum Nas‘ Part von der finalen Version des Tracks gestrichen wurde und er in dieser Fassung nie ein offizielles Release erfuhr, ist unklar.

  1. One Never Knows (feat. Lake)

„One Never Knows“ erschien 2003 auf dem Alchemist-Mixtape Insomnia – 1st Infantry Mixtape Vol. 2, das eine Art Vorgeschmack auf das darstellte, was Rap-Fans im Folgejahr auf dessen großartigem Produzentenalbum 1st Infantry erwarten würde. Das Sample stammt von der 70er-Jahre-Funk-Gruppe Galactic Force Band.

Bemerkenswert ist „One Never Knows“ nicht nur deswegen, weil es sich um eine der letzten Kollabos zwischen Nas und Lake handelte, bevor sich die Wege der beiden trennten, sondern auch, weil Mobb Deep sich später denselben Beat schnappen sollten, um den beiden darauf einen gleichnamigen Disstrack zu widmen.

  1. Too Late

Auch „Too Late“ entstammt einem Alchemist-Mixtape: Der Song wurde in der hier enthaltenen Fassung erst 2013 auf The Cutting Room Floor 3 veröffentlicht.

Tatsächlich ist der Track aber schon bedeutend älter als es dieser Umstand vermuten lässt. Unter dem Titel „Never Too Late“ machte er schon in den 00er Jahren auf DJ-Clue-Mixtapes die Runde – damals noch als rund vierminütiger Posse-Cut mit den Bravehearts.

Das Sample entlehnte The Alchemist einer 80er-Jahre-Schnulze des mexikanischen Pop-Sängers Emmanuel.

  1. You Don‘t Know Me

Über die Entstehungsumstände von „You Don‘t Know Me“ ist leider wenig bekannt. Fest steht zumindest, dass Nas für diesen Track denselben Trackmasters-Beat verwendet, auf dem er 1998/1999 den ebenfalls unveröffentlicht gebliebenen Song „The Hardest Thing To Stay Alive“ (siehe unten) recordete.

Die hier enthaltene Fassung entstammt DJ Rhudes Mixtape The Found Tapes.

  1. Who U Rep With (feat. Bravehearts & 50 Cent)

Als ihn Nas 1999 unter seine Fittiche nahm, war noch nicht abzusehen, dass sich 50 Cent einmal zu einem der größten Superstars der Rap-Szene mausern sollte. Zumindest hatte 50 mit seinem von scherzhaften Rapper-Seitenhieben nur so durchzogenen ersten Underground-Hit „How to Rob“ aber schon genug Welle gemacht, um als Begleit-Act auf Nas‘ Nastradamus-Tour eingeladen zu werden.

Knapp zwei Jahre später war Nas dann direkt zwei Mal auf 50s Mixtape Guess Who‘s Back vertreten, dessen Erfolg letztlich ausschlaggebend für das zukunftsweisende Signing bei Eminems Shady Records sein sollte. „Who U Rep With“ mutet beinahe schon wie eine Hymne auf diese Partnerschaft an, so stolz gibt sich 50 hier angesichts seines Nas-Co-Signs. Wie wir wissen, sollte sie nach 50 Cents Aufstieg zum Rap-Superstar aber nicht mehr allzu lange Bestand haben.

Der Beat des Songs, auf dem neben 50 Cent und Nas auch die Bravehearts ihre Verbundenheit zu Queensbridges Straßen beschwören, stammt von den Trackmasters.

  1. A Few Good Niggas (feat. Made Men)

Die Bostoner Rap-Crew Made Men bestand aus dem nicht zuletzt aufgrund eines Beefs mit Eminem berüchtigten The Source-Miteigentümer Ray Benzino, Antonio Twice Thou und Cool Gsus. Im August 1999 veröffentlichten die drei ihr Debüt-Album Classic Limited Edition, 2002 sollte dann eigentlich ein zweites Album folgen. Black Friday, so der Titel der Platte, für die bereits eine nur mäßig erfolgreiche gleichnamige Single veröffentlicht worden war, war letztlich aber keine Veröffentlichung gegönnt.

Auch die wirklich hörenswerte Nas-Kollabo „A Few Good Niggas“ war einmal für diese in den Schubladen des Plattenlabels verschwundene LP angedacht. Der Beat sampelt das Hauptthema eines trashigen James-Bond-Knockoffs aus den späten 70er Jahren, der den vielsagenden Titel The Golden Lady trägt.

  1. Queensfinest

Wie die DJ-Shouts es bereits erahnen lassen, handelt es sich bei „Queensfinest“ wieder mal um ein DJ-Clue?-Exclusive. Der Track entstammt dessen erstem Studioalbum The Professional, das im Dezember 1998 veröffentlicht wurde und knapp zwei Jahre später sogar Platinstatus erreichte.

  1. With Me (feat. Capone-N-Noreaga)

„With Me“ erschien 2010 auf The War Report 2 von Capone-N-Noreaga und wurde von Buckwild produziert. Der Track ist eines der unbestreitbaren Highlights auf dem im Großen und Ganzen doch eher enttäuschenden Klassiker-Sequel von N.O.R.E. und Capone.

  1. Street Glory (feat. Pop)

Wie „Find Ya Wealth“ erschien auch „Street Glory“ auf der Compilation QB‘s Finest. Bei Pop, der neben Nas auf dem Track zu hören ist, handelt es sich um ein Alter Ego des auch auf Stillmatic mit einem Gastbeitrag vertretenen Rappers Blitz. So viel verrät Nas in seinem Verse zuvorkommenderweise selbst.

Für das atmosphärische Instrumental des Tracks bediente sich L.E.S. bei Donna Summers „Once Upon A Time“.

  1. It Wasn‘t You (feat. Lauryn Hill)

Dass die Kombo Nas und Lauryn Hill für einen Hit gut ist, dürfte seit Nas‘ kommerzieller Durchbruch-Single „If I Ruled The World“ kein Plattenlabel dieser Welt mehr in Frage stellen. Umso mehr überrascht es, dass eine zweite Zusammenarbeit der beiden existiert, die es nicht einmal zu einem offiziellen Release gebracht hat.

Glaubt man den Angaben des Produzenten und Remixers selbst, dann wurde der Song von dem New Yorker DJ Dirty Harry produziert. Der unveröffentlichte Track hatte bereits auf diversen Mixtapes die Runde gemacht, bevor ihn Harry 2005 auf sein eigenes Mixtape Living Legends Chapter 1 packte, das insgesamt 40 Nas-Remixe und DJ-Blends enthielt.

Angesichts dieser Veröffentlichungsumstände spricht eine ganze Menge dafür, dass auch „It Wasn‘t You“ kein Track ist, für den Nas und Lauryn Hill gemeinsam mit Dirty Harry im Studio saßen. Doch egal, ob die beiden ihre Vocals nun für exakt dieses Song-Konstrukt aufnahmen oder Harry in einem New Yorker Tonstudio zufällig über unverwendete Vocal-Spuren beider Künstler stolperte, die thematisch perfekt zusammenpassten: Das Endergebnis ist in jedem Fall hörenswert.

Übrigens stammt der Text des Refrains weder aus der Feder von Nas noch von Lauryn Hill, sondern ist dem traumhaft schönen Stylistics-Song „You Are Everything“ entlehnt, den Marvin Gaye und Diana Ross 1974 für ihr gemeinsames Album coverten.

  1. Gangsta Tears

„Gangsta Tears“ erschien im März 2001 auf der offiziellen Soundtrack-CD zu Exit Wounds, einem Action-Film mit Steven Seagal und DMX in den Hauptrollen.

Der Beat des Songs stammt von Bud‘da und sampelt einen venezolanischen Pop-Song namens „Saber Por Que“.

  1. Hardest Thing To Do Is Stay Alive

Der Beat zu „Hardest Thing To Do Is Stay Alive“ dürfte jedem, der sich dieses Mixtape am Stück anhört, bereits bekannt vorkommen: Nas berappt hier tatsächlich dasselbe Trackmasters-Instrumental wie auf dem ebenfalls hier enthaltenen „You Don‘t Know Me“.

Der Song war Teil des schon mehrfach angesprochenen I am-Leaks und entstand somit irgendwann in den Jahren 1997 bis 1999. Es handelt sich um einen typischen Nas-Storyteller-Track, wobei jeder Verse die Geschichte einer Person erzählt, die sich von ganz unten an die Spitze der Gesellschaftspyramide hocharbeitet, nur um dort angekommen festzustellen: „The Hardest Thing is to Stay Alive“.

  1. My Worst Enemy

Auch „My Worst Enemy“ (wahlweise auch „Worst Enemy“ oder „My Own Worst Enemy“) war Teil des I am-Leaks. Der Beat des Songs stammt von dem New Yorker Produzentenduo The Infinite Arkatechz, auch bekannt als Arkatech Beatz.

  1. After Life (Prelude)

Wenn Nas‘ I am-Album tatsächlich einmal als Doppel-CD geplant war, dann war „After Life“ womöglich als Intro der zweiten CD angedacht. Die kurze Prelude hätte womöglich einen stimmungsvollen Übergang zwischen den Tracks „Undying Love“, an dessen Ende der Protagonist sich das Leben nimmt, und „Amongst Kings“, in dessen Rahmen er sich nach kurzem Verweilen im Jenseits für seine Rückkehr auf die Erde bereit macht, markiert.

  1. Amongst Kings

„Amongst Kings“, wie die dazugehörige Prelude Teil des berüchtigten I am-Leaks, markiert Nas‘ Wiedergeburt als Nastradamus. Angeblich – so eine häufig zu lesende Fan-Theorie, die Nas aber nie offiziell bestätigt hat – handelt es sich bei diesem Track um das Sequel zu dem Storytelling-Klassiker „Undying Love“, der es im Gegensatz zu diesem Track ja tatsächlich auf das I am-Album geschafft hat.

Der Beat des Songs sampelt das insgesamt schon über 100 Mal (!) verwertete Stück „Moments in Love“ der britischen Elektro-Pop-Band Art Of Noise (ab ca. 5:25).

 

Hier geht’s zum Vorgänger-Mixtape The Lost Tapes II.

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